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Da denke ich so drüber nach

Apfelbaum vs Dembele vs Mayweather/McGregor

Borussia Dortmund hat die Katze aus dem Sack gelassen: Für den Arschfick durch Transfer von Dembele zum FC Barcelona überweisen ihnen die Katalanen ca. 147 Millionen Euro auf das Girokonto.

Der diese Nacht stattfindende „Kampf des Jahrhunderts“ zwischen Floyd Mayweather und Conor McGregor macht beide Kontrahenten ebenso reich. Der Eine erhält eine Aufwandsentschädigung von ca. 100 Millionen US Dollar (in der Größenklasse wollen wir bei den Einserstellen mal nicht so genau sein), der Andere wohl doppelt so viel. Sagt man so. Denn über Geld spricht man nicht. Das streicht man ein.

In meinem Gartenverein erntet ein ganz bestimmter Gartenfreund seinen schönen Apfelbaum wieder nicht ab. Alles wird auf den Boden fallen und dort mir nichts dir nichts vergammeln.
Ich könnte wetten, der besagte Pächter spielt herausragend gut Fußball oder boxt auf Weltniveau.

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Allgemein Essen und Trinken

Eier, Diesel und der ganze Rest

Er ist in aller Munde, der … Eierskandal. Naja, ein bisschen Dieselgate auch noch, aber da sind wir erregungstechnisch schon überm Berg.

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Musikalisches

Slowdive – die Shoegaze Götter sind zurück

Es gibt sie also doch noch, die Milde und Güte der Götter.
Sie hatten ein Einsehen und vor allem Mitleid mit uns armen Sündern und sandten ihre Propheten zurück auf die Erde. Damit sie unter uns weilen und Gutes tun.

Haben sie auch.

Nachdem sich Slowdive 2014 ja schon für ein paar Liveauftritte auf diversen Festivals wiedervereinigt hatten, haben sie jetzt auch ein neues Studioalbum veröffentlicht. Also, der Menschheit geschenkt.
Slowdive lautet der eponyme Titel dieses Silberlings, auf den die Fans satte 22 Jahre warten mussten. Jaja, die Götter können auch grausam sein …

https://www.youtube.com/watch?v=5HZYhcyHNo8

Natürlich klingen meine Shoegaze-Helden nicht mehr so unbekümmert wie 1992 und auch die Pedals und Effektmaschinen werden viel überlegter eingesetzt, aber schon bei den ersten Gitarrenriffs ist der alte Slowdive-Zauber sofort wieder da. Die hellen Gitarrenschläge, die Echo- und Hall-Effekte, die Melodiestrukturen, die sich irgendwo in Traumregionen verlieren, das prägnante Schlagzeug – es ist alles da, was zu einem großartigen Slowdive-Album gehört. Man muss sich nur mal in Everyone knows oder Slomo reinhören, um gewahr zu werden, welche Klanggemälde diese Musiker imstande sind aufzubauen.

Ob es nun an Rachel Goswells durch Krankheit bedingter Taubheit liegt oder die Stimme nicht mehr ganz so da ist – jedenfalls sind ihre reinen Gesangsanteile gegenüber den früheren Alben stark zurückgefahren worden. Wenn es aber drauf ankommt, haucht die Sirene wie eh und je.

Oftmals hat man ja den Fall, dass großartige Musiker in ihren Alterswerken so eine Art Zynismus an sich selbst anlegen und so zum Beispiel die Erstlingswerke verleugnen. Das kann ich bei Slowdive nicht ausmachen. Sicherlich wird kein zweites Shine zu erwarten sein und auch der Hang zu überlangen epischen Songs hat sich verwachsen, aber dafür gibt es eben auch die Frühwerke, an die man sich halten kann.

Ich halte nicht viel von Vergleichen. Slowdive klingen eben wie Slowdive. Nicht mehr ganz so jugendlich verspielt, etwas glatter aber eben noch immer wie die Band, die Anfang bis Mitte der 90er Jahre die Maßstäbe im Shoegazing setzte.

Kaufempfehlung – diese Frage stellt sich mir gar nicht. Wirklich nicht. Eine Band, die soviel an Renommee zu verlieren hat, kommt nicht nach 22 Jahren wieder im Studio zusammen, um Murks abzuliefern.

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Unterwegs

Obermühle Geunitz am Deutschen Mühlentag 2017

Seit mehreren Jahren bin ich am Pfingstmontag in Sachen Deutscher Mühlentag unterwegs. Ich habe dabei schon so einige Mühlen besichtigt und war nie wirklich enttäuscht. Selbst den lausigsten Objekten konnte man noch irgendwo, irgendwie etwas abgewinnen.
Das Problem ist immer, dass man sich eine Route zusammenbasteln muss, um an diesem einen Tag soviele Mühlen wie möglich abzuklappern, ohne dass es stressig wird. Dieses Mal zog es mich in den Reinstädter Grund, was ein landschaftlich auffälliges Seitental des Saaletals ist, um die Obermühle Geunitz zu besichtigen.

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Unterwegs

Osterfeuer!

Ich oute mich als Liebhaber von Osterfeuern.

Wie jedes Jahr war ich zu Gast beim Osterfeuer im Nachbardorf. Nicht allzu lange, sondern nur solange, wie es für ein Häkchen hinter Teilnahme: ausreicht.

Ein ziemlich ungeordnetes Osterfeuer
Osterfeuer 2017

Auf dem Land ist es gute „Tradition“, dass zu Ostern lauter brennbares Material zusammengetragen wird, dass dann zwischen Gründonnerstag und Ostermontag abgefackelt … kontrolliert abgebrannt wird.

Natürlich hat das Ganze nichts mit einer irgendwie gearteten christlichen Osterbotschaft zu tun. Aber das nur am Rande.
Man steht nur beisammen (okay, beieinanderstehen tun nur die Eingeborenen), trinkt Bier aus der Flasche und isst eine Bratwurst. Mit Fortdauer des Events werden die Leute zunehmend betrunkener und wer weiß, wie so eine Veranstaltung endet. Ich kann das nicht sagen, da ich immer rechtzeitig die Segel streiche.

Mir gefällt aber die Atmosphäre, die Ungezwungenheit, das Einfache, Rustikale. Keine musikalische Begleitung, keine verschwurbelte künstliche Überfrachtung und auch keine Bewerbung als Tourismusmagnet. Das Wort „bodenständig“ kommt mir oft in den Sinn.

Bei den Bildern im Tageslicht sieht man erstmal, welchen Qualm diese Angelegenheit entwickelt. Über dem Dorf lag eine Dunstwolke, die man kilometerweit sah. Es hatte vorher zwar kräftig geregnet, aber ich glaube, da war nicht nur abgelagertes Holz der Flammen Opfer geworden. Der gelbe Rauch ließ viel Raum für Spekulationen.
Bei den Nachtbildern hätte man träumen und sich an den Hängen des Vesuv wiederfinden können (oder beim Schwelbrand einer illegalen Mülldeponie bei Neapel).

Zutiefst ländlich verwurzelt verweigern sich diese heidnischen Zeugen allen urbanen Versuchen der Vereinnahmung und Kommerzialisierung. Osterfeuer sind da (noch) ein echtes Bollwerk, aber ich will das auch nicht mythologisieren und überbewerten. Letztlich brennt da auch nur ein mehr recht als schlecht zusammengestellter Holzhaufen, während einige Dutzend Schaulustige sich am Anblick erfreuen und überteuertes Bier trinken, was sie sich auch günstiger hätten besorgen können. Und ja, es könnte so viel mehr sein – aber wahrscheinlich würde es dann nicht funktionieren.

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Natur Unterwegs

Bärlauchjagd am Ettersberg

Das Sprießen des frischen Bärlauchs ist eines der untrüglichen Anzeichen des nahenden Frühlings. Also machte ich mich auf den Weg zu dem Ort, der hier allgemein für sein massenhaftes Vorkommen von Bärlauch bekannt ist – der Ettersberg.

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Unterwegs

Klinikgeschichten – Teil 1: Wutha-Farnroda

Möchte man nach Bad Liebenstein und ist unmotorisiert wie ich, hat man gute Chancen, dass einen das Leben oder die Deutsche Bahn (was oftmals dasselbe ist) über Wutha-Farnroda schickt.

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Allgemein

Der Schmied Pfitzenmeier

Vor ein paar Wochen fuhr ich mit D. während eines heftigen Schneefalls im Auto mit und nach dem Parken lief vor uns eine alte Frau von der Sorte „unkaputtbar“. Ihr kennt diesen Typus sicher. Kopftuch, Rock, Strumpfhose und Schuhe, die eher an Pantoletten erinnern. Zuhause tragen diese Geschosse nur Kittelschürzen aus Dederon (sagt man das heute noch so?).

D. meinte nur: „Die werden auch immer weniger, diese Sorte stirbt langsam aus.

Ja.

Das ist diese Generation, die bei 20 Grad Minus oder 30 Grad Plus mit einer Strumpfhose auskommt. Die mit ihren bloßen Händen frisch gekochte Kartoffeln halten und pellen können.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=sJusF5YHEFE

Ich bin ja vernarrt in so alte Zeugnisse (Bilddokumente), wie über den Schmied Pfitzenmeier. Den habe ich genommen, weil es die früheste Folge aus der Reihe „Der Letzte seines Standes“ ist, die ich kenne (1988). Ich hätte auch ganz andere Videos raussuchen können wie z.B. über den Sägemeister vom Gampenpass, Johann Piazzi, der noch mit über 90 Jahren seine Sägemühle beschickt hat. Über den leider schon verstorbenen Fredi Habermann, den urwüchsigen Schmied aus Böhmen oder auch den alten Holzrücker aus Südtirol. Es spielt keine Rolle, die Grundaussage ist immer dieselbe. Da gibt es Leute, die haben von ihren – sagen wir mal – 90 Lebensjahren 75 mit Arbeit verbracht. Jeden Tag. Am Sonntag ging es vielleicht mal in die Kirche oder in die Gaststube beim Wirt. Ansonsten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang malochen.

Und dabei Dinge herstellen, erschaffen. Mit den eigenen Händen. Wenn man sich diese schlussendlich betrachtet, sieht man, wie sich dort ein ganzes Leben eingegraben hat. Handwerk eben. Die wussten noch um Fertigkeiten und Fähigkeiten, um Gegenstände des täglichen Bedarfs in ihren Werkstätten zu fertigen. Gut, auch zu ihrer Zeit waren bereits viele Arbeitsschritte anteilig ausgelagert. Aber weitaus mehr als heute wurde noch in Eigenregie erledigt.

Ich kann sowas nicht. Ich erschaffe nichts mit meinen Händen. Ich bewundere höchstens diese Leute, die sowas noch konnten. Von mir werden Pixel zurechtgeschoben für Leute, die ich größtenteils nicht kenne und auch nie kennenlernen werde. Die Arbeit und ihr Wert, der Verrichter dieser Arbeit und der Auftraggeber sind in höchstem Maße voneinander abgekoppelt. Die einzige Beziehung in der sie noch stehen drückt sich durch die Finanztransaktion zwischen den Geldkonten aus. Früher gab es da viel mehr Tauschgeschäfte.
Meine Arbeit ist flüchtig. Die Webseite kann morgen ganz anders aussehen oder auch schon wieder gelöscht sein. Ob sie jetzt wirklich jemandem dabei hilft, seine Grundbedürfnisse zu befriedigen, kann ich nicht mal sagen.

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Kreatives Basteln

Handgemachte Papierketten von Mädelsüß & Lupinie

Diese handgemachten Papierketten (upcycling!) entstammen zwar nicht dem Hause kitchentableproductions, sind aber als Marke der kf productions in direkter Nachbarschaft Weimar entstanden.

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Allgemein

Dorfweihnachtsmarkt

Weihnachtsmarkt in „Gruuuunschd“ (wie man hier so sagt) – also Niedergrunstedt.

Da war ich dieses Jahr das erste Mal, also zum Weihnachtsmarkt. Nicht Niedergrunstedt. Da war ich schon öfter.