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Allgemein Da denke ich so drüber nach Ich schaue fern

Eine kleine Notiz an Heidi Klum

Liebe Heidi Klum,

 

vor ein paar Jahren noch habe ich Deine Show „Germanys next Topmodel“ sogar per Blog begleitet.

Schon damals war die Sendung so durchsichtig wie unterhaltsam. Das hat sich bis heute nicht geändert. Gut, Du hast Dich von Deinen letzten Stichwortgebern (euphemistisch „Jury“ genannt) und dem Maybelline-Boris getrennt – aber im Großen und Ganzen bist Du dem Konzept treu geblieben. Einen Menschenzoo vorführen und nebenbei ein „Topmodel“ suchen, nach dem keiner gefragt hat. Es ist nicht so, dass die Branche auf das Resultat Deiner jährlichen Suche dringend angewiesen ist. Die Agentur Deines Vaters schon eher.

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Zum Schluß kriegt Game of Thrones den Moralischen

Leider leider, Vieler Menschen beliebteste Fernsehserie „Game of Thrones“ neigt sich dem Ende entgegen, was man an vielen schwachen und lustlosen Folgen von Staffel 7 sehen kann.

Ja, bei den special Effects und Bildsequenzen hat man noch ein Schüppchen draufgepackt, aber darunter haben die zwischenmenschlichen Konflikte und die Entwicklungen der einzelnen Charaktere gelitten.

Es kommt einem so vor, dass die Macher nun auf einmal feststellen, dass sie nur noch zwei stark verkürzte Staffeln zur Verfügung haben, um ihre Geschichte auszuerzählen. Also wird alles auf Krampf und mit der Brechstange in den Haupterzählstrang genagelt.

Da wir nur noch 6 Folgen vom ultimativen Ende der Saga entfernt sind, richten die Macher den moralischen Kompass neu aus. Einerseits ist das ja schön anzusehen, weil es meistens bedeutet, dass unsere liebgewonnenen Serienhelden ihre Rache erhalten. Sansa Stark durfte zum Abschluß der 6. Staffel ihren Peiniger (und Nervbolzen) Ramsay Bolton von Hunden zerfleischen lassen (nicht sehr Lady-like), Arya Stark meuchelt die gesamte Sippe um Walder Frey ab und gemeinsam setzen sie (Achtung Spoiler) Littlefingers Leben ein Ende.

Gerade bei Littlefinger Petyr Baelish ist das schon recht zwiespältig. Schließlich ist er der Auslöser des gesamten Game of Thrones und seit der ersten Staffel dabei und zweitens blieb er in seinem intriganten Engagement auf Winterfell weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wir erinnern uns: im Komplott mit Olenna Tyrell ermordete er sogar einen König. Und nun kriegt er es nicht mal gebacken, zwei Schwestern gegeneinander auszuspielen. So einen auch aus Storylinegründen verschenkten Abgang hat der Meister der Intrige nicht verdient, auch wenn wir diesem Arsch sein Dahinscheiden mit ganzem Herzen gewünscht haben. Aiden Gillen hat ihn mit großer Kunst als Ekelpaket dargestellt, wenn auch immer over the top.

Theon Greyjoy ereilt die späte Reue und bricht fast vor John Snow (Achtung Spoiler: ich meine Aegon Targaryen) zusammen. Später startet er wagemutig wie nie zuvor zu einem Himmelfahrtskommando, um seine Schwester Yara zu retten. Was ist nur aus dem schwanzlosen Theon geworden, der zwischen unterwürfigem Sklaven und größenwahnsinnigem Egomanen wechselte?

Und so weiter, und so weiter – die handelnden Charaktere und Figuren mussten moralisch festgetackert werden, weil man mit Entsetzen zusammenrechnete, dass nur noch 6 Episoden verbleiben, um die eigentliche Handlung in die Gänge zu kriegen: den Großen Krieg gegen den Night King und seine Zombiearmee, der es nach 6 Staffeln nun geschafft hat, die Große Eismauer zu überwinden. Ja sorry, nochmal Spoiler. Aber während es Danaerys schafft, auf einem Drachen innerhalb eines Tages von Dragonstone nach Eastwatch zu fliegen, braucht diese Horde von Untoten Jahre, um in die Nähe des Great Walls zu gelangen.

Nur Cersei darf weiterhin so verschlagen und strippenziehend bleiben, wie wir sie kennen. Nein, nicht lieben. Dazu bietet mir persönlich der Charakter zu wenig an. Da ist nur der Wille zu herrschen, um des Herrschens Willen.

Aber immerhin darf ihr ihr Bruder-Liebhaber Jaime Lannister eine Art „Entwicklung“ durchmachen. Am Ende bringt er sogar genug Einsicht und Energie auf, um sich von seiner bösen Schwester-Liebhaberin (und Mutter seines ungeborenen Kindes) zu lösen. Das ist dann auch die für mich stärkste Szene des Staffelendes. Der ehemalige (?) Lannister-Armee-Oberbefehlshaber, wie er im ersten Schneefall über Kings Landing (wahrscheinlich seit Jahrhunderten) nach Norden reitet.

https://www.youtube.com/watch?v=kw1BteiVi80

https://www.youtube.com/watch?v=Y9CVU6q9vWk

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Allgemein Essen und Trinken

Eier, Diesel und der ganze Rest

Er ist in aller Munde, der … Eierskandal. Naja, ein bisschen Dieselgate auch noch, aber da sind wir erregungstechnisch schon überm Berg.

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Ich sollte mehr von Richard David Precht lesen

Nein, ernsthaft. Ich glaube, ich lese oder höre noch zu selten etwas von Richard David Precht.

Ich finde die Denkanstöße zum Beispiel bei den 2 neuen Pandas, die Berliner Zoo und Tierpark geschenkt bekommen, gut und nachdenkenswert. Nicht immer gleich Fundamentalposition beziehen, sondern auch ein paar Meilen in den Schuhen des anderen laufen.

http://www.dw.com/de/richard-david-precht-wir-tun-der-natur-keinen-gefallen/a-39281944

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Der Schmied Pfitzenmeier

Vor ein paar Wochen fuhr ich mit D. während eines heftigen Schneefalls im Auto mit und nach dem Parken lief vor uns eine alte Frau von der Sorte „unkaputtbar“. Ihr kennt diesen Typus sicher. Kopftuch, Rock, Strumpfhose und Schuhe, die eher an Pantoletten erinnern. Zuhause tragen diese Geschosse nur Kittelschürzen aus Dederon (sagt man das heute noch so?).

D. meinte nur: „Die werden auch immer weniger, diese Sorte stirbt langsam aus.

Ja.

Das ist diese Generation, die bei 20 Grad Minus oder 30 Grad Plus mit einer Strumpfhose auskommt. Die mit ihren bloßen Händen frisch gekochte Kartoffeln halten und pellen können.

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https://www.youtube.com/watch?v=sJusF5YHEFE

Ich bin ja vernarrt in so alte Zeugnisse (Bilddokumente), wie über den Schmied Pfitzenmeier. Den habe ich genommen, weil es die früheste Folge aus der Reihe „Der Letzte seines Standes“ ist, die ich kenne (1988). Ich hätte auch ganz andere Videos raussuchen können wie z.B. über den Sägemeister vom Gampenpass, Johann Piazzi, der noch mit über 90 Jahren seine Sägemühle beschickt hat. Über den leider schon verstorbenen Fredi Habermann, den urwüchsigen Schmied aus Böhmen oder auch den alten Holzrücker aus Südtirol. Es spielt keine Rolle, die Grundaussage ist immer dieselbe. Da gibt es Leute, die haben von ihren – sagen wir mal – 90 Lebensjahren 75 mit Arbeit verbracht. Jeden Tag. Am Sonntag ging es vielleicht mal in die Kirche oder in die Gaststube beim Wirt. Ansonsten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang malochen.

Und dabei Dinge herstellen, erschaffen. Mit den eigenen Händen. Wenn man sich diese schlussendlich betrachtet, sieht man, wie sich dort ein ganzes Leben eingegraben hat. Handwerk eben. Die wussten noch um Fertigkeiten und Fähigkeiten, um Gegenstände des täglichen Bedarfs in ihren Werkstätten zu fertigen. Gut, auch zu ihrer Zeit waren bereits viele Arbeitsschritte anteilig ausgelagert. Aber weitaus mehr als heute wurde noch in Eigenregie erledigt.

Ich kann sowas nicht. Ich erschaffe nichts mit meinen Händen. Ich bewundere höchstens diese Leute, die sowas noch konnten. Von mir werden Pixel zurechtgeschoben für Leute, die ich größtenteils nicht kenne und auch nie kennenlernen werde. Die Arbeit und ihr Wert, der Verrichter dieser Arbeit und der Auftraggeber sind in höchstem Maße voneinander abgekoppelt. Die einzige Beziehung in der sie noch stehen drückt sich durch die Finanztransaktion zwischen den Geldkonten aus. Früher gab es da viel mehr Tauschgeschäfte.
Meine Arbeit ist flüchtig. Die Webseite kann morgen ganz anders aussehen oder auch schon wieder gelöscht sein. Ob sie jetzt wirklich jemandem dabei hilft, seine Grundbedürfnisse zu befriedigen, kann ich nicht mal sagen.

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Dorfweihnachtsmarkt

Weihnachtsmarkt in „Gruuuunschd“ (wie man hier so sagt) – also Niedergrunstedt.

Da war ich dieses Jahr das erste Mal, also zum Weihnachtsmarkt. Nicht Niedergrunstedt. Da war ich schon öfter.

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Allgemein Sport ist Mord

Joachim Löw – der Gescheiterte

Joachim Löw ist wieder einmal kurz vor einem Titel gescheitert.

Lesen Sie dazu auch: Das Sommermärchen ist zu Ende.

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Allgemein Kunst und Kultur

Theremin Spielerin Barbara Buchholz verstorben

Das lese ich bedauernswerter Weise erst jetzt. Bereits vor einem Monat verstarb Barbara Buchholz – eine der international anerkanntesten Theremin-Spielerin.

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Schwedt schließt das traditionelle Waldbad

Beim Durchstöbern des Online Bereichs der Märkischen Oderzeitung bin ich auf einen Artikel zur sofortigen Schließung des Waldbades in Schwedt gestoßen. Da muss ich natürlich meinen Senf zugeben.

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Allgemein Kunst und Kultur

Kommissarin Lund – schlechtes Ende der 2. Staffel

Die eigentlich vorzüglich umgesetzte 2. Staffel der dänischen Krimiserie „Kommissarin Lund – das Verbrechen II“ fand gestern ein sehr unbefriedigendes Ende. Achtung: Spoiler!