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Natur

Das Wunder eines blühenden Kirschbaums

Ich war ja in der alten Heimat. Der ganz alten Heimat.

Und dort wurde ich gewahr des Wunders des blühenden Kirschbaums.

Es ist kaum zu glauben. Es passiert jedes Jahr im Frühling. Millionen Mal auf der Welt. Und dennoch ist es jedes Mal ein Wunder und wir nehmen es als alltäglich und gegeben hin – anstatt alles dafür zu tun, damit es auch im nächsten Jahr wieder ein Wunder gibt.

Der Baum „wartet“ den richtigen Zeitpunkt ab, um seine Triebe und Knospen in Stellung zu bringen. Quasi über Nacht öffnen sich Tausende von weißen, duftenden Blüten und laden Bienen sowie Hummeln ein, den Pollen zu sammeln und sich am Nektar zu laben. Eine Sinfonie in Summ. Ein Wirbelsturm der Sinneserfahrungen.

Kirschbaum in Blüte
Kirschbaum in Blüte

Dieses Jahr hat die frühlingshafte Hitzewelle sogar ein Gutes: Mit den zweistelligen Temperaturen in der Nacht gehen wir sicher, dass kein Frost die Blüten stört und wir höchstwahrscheinlich eine gute Ernte von Kirschen, Pflaumen, Birnen und Co. haben werden. Letztes Jahr ist ja viel verfroren, besonders bei den Äpfeln.

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Da denke ich so drüber nach Straßen der Erinnerung

Die Heimat, die ich meinte

Christian Lorenz, den die meisten Menschen eher als Keyboarder Flake von der Krachband Rammstein kennen, hat der Süddeutschen ein Interview im Zuge der „Heimat“-Reihe gegeben. Ich denke, es lohnt zu lesen.

Flake über Heimat – In einer Blase von Reichen

Ich muss da nicht jeder Aussage zustimmen, schon allein deshalb, weil ich nicht 1966 geboren wurde und etwas von Kriegsschäden erzählen kann. Aber bei vielem ertappe ich mich, wie ich innerlich mit dem Kopf nicke und „mh .. mh“ mache. Vor allem Gerüche und Geräusche prägen sich ein und erzeugen ein irgendwie vertrautes, heimatliches Gefühl, wenn man wieder mit ihnen konfrontiert wird. Bei mir ist das bspw. der Teergeruch, der einem an wirklich heißen Sommertagen in die Nase stieg, weil der Asphalt schmolz

Flake ist in das Haus im Prenzlauer Berg zurückgezogen, in dem er als Jugendlicher aufgewachsen ist und muss nun feststellen, dass Heimat ein sehr wandlungsfähiger Ort ist:

Es leben inzwischen sehr viele unangenehme Menschen hier

Wenn der Ort der Kindheit/Jugend eine der ersten Antworten auf die Heimatfrage ist, muss ich schon mal passen. Davon steht fast nichts mehr. Im Gegenteil, wo einst Wohnhäuser und andere Gebäude standen, stehen jetzt Kiefernplantagen. Die Natur soll sich alles zurückholen.