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Natur Unterwegs

Frühling liegt in der Luft

Das Wehr in Oberweimar Anfang März
Das Wehr in Oberweimar Anfang März
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Da denke ich so drüber nach Politisches

Ist Martin Schulz einfach nur ein genialer Stratege?

Dass derselbe Herr Schulz, der seiner Partei erst die Rolle des Oppositionsführers zuschrieb und sie dann doch in Koalitionsverhandlungen führte – geschenkt.

Dass derselbe Herr Schulz, der erst ein Ministeramt in einer Regierung Merkel strikt ablehnte und dann doch seinen Wunschposten, das Außenministerium, anstrebt – geschenkt.

Allen Kritikern sei eine Kanzlerin ins Gedächtnis gerufen, mit der es eine PKW Maut ja niemals geben würde …

Derselbe Herr Schulz, der gefühlsbesoffen mit 100% der Stimmen zum Parteichef und Kanzlerkandidat gewählt wurde, hat jetzt nach 325 Tagen mit seinem Rückzug eingestanden, dass die Mission Kanzleramt zu keinem Zeitpunkt eine realistische Chance hatte.

Aber je mehr ich über das alles nachdenke, desto mehr muss ich mich mit der Frage beschäftigen, ob Martin Schulz nicht einfach ein großer Stratege und Spieler ist.

Warum?

Als ich (wie viele andere auch) kopfschüttelnd miterlebte, wie sich CDU/CSU, Bündnis 90/Grüne und FDP an der Quadratur des Kreises versuchten und kläglich scheiterten – da lief es mir eiskalt über den Rücken. Martin, Du Fuchs!
Erst die eigene Partei mit Rückzug in die Fundamentalposition aus der Schusslinie nehmen, dann zusehen, wie es Jamaika verbocken würde, um dann als letzter Strohhalm für Muttis Kanzlerinnenwahlverein dreist rausverhandeln, was geht. Oder bis es quietscht.

Sechs Ministerien, darunter Schlüsselpositionen wie das Finanzministerium und ein Koalitionsvertrag, der dem Seniorpartner förmlich aufgezwungen wurde – so gut ist noch kein Wahlverlierer aus den Verhandlungen gekommen.

Und ich bin der Meinung, die SPD hätte sogar noch mehr rausschlagen können, ja müssen.
Neuwahlen wollte bis auf die AfD niemand. Absolut niemand.
Mutti möchte einfach nur regieren. Aber nur unter geklärten Verhältnissen und in stabilen Koalitionen. Nichts mit Minderheitsgegurke und Kampf der Argumente und besseren Optionen. Und weil die CDU/CSU niemanden außer Mutti hat und Muttis Wunsch, der Partei Befehl ist – wird jede, aber auch jede Kröte geschluckt. Und davon hat ihr die SPD Verhandlungskolonne so einige serviert.

Also, wenn das wirklich alles auf Martin Schulz Kappe geht und er das geplant hat: Hut ab.
Damit das alles für die Basis erträglicher wird (auch ganz unten angekommen, soll es ja noch Leute mit Anstand und Rückgrat geben), gibt es vor dem Showdown noch eine Runde mit dem Personalkarussel: Der Martin verzichtet auf den Parteivorsitz, damit er sich voll und ganz auf das Ausland konzentrieren kann (wo er dann seinen Spezi+Gönner+Förderer, den Siggi, nochmal so richtig mit Anlauf in die Wüste schicken kann) und Genossin ÄtschiBätschi Nahles übernimmt auf der Kommandobrücke des geschrumpften Tankers SPD das Ruder. Ach ja, Olaf, der Unvermeidliche aus Hamburg hat sich sogar bis ins Finanzministerium gemosert. Stänkern kommt eben doch weiter. Aber das nur am Rande.

Aber.

Aber!

Leider, leider sind Wahlkampf- und vor allem Ergebnisanalysen in postfaktischen Zeiten wie diesen aus der Mode gekommen. Hier haben sich immerhin zwei absolute Wahlverlierer (wieder)gefunden und keiner hat jetzt noch Lust und Muße, sich um die Aufarbeitung dieser Katastrophe zu kümmern. Dabei gab es doch nach der Wahl so große Ankündigungen: #SPDerneuern #WirHabenVerstanden #AufDieFresse

177 Seiten Koalitionspapier, das alles regeln soll; und doch hat man die entscheidende Sache irgendwie übersehen. Also, diese Sache, die einem die massiven Stimmverluste überhaupt erst eingebracht hat. Und … liebe SPD, es war nicht die Angst der Bürger wegen der Digitalisierung oder Gleichgeschlechtliche Partnerschaften oder vermurkste Energiewende.
Der CDU brauche ich da nichts sagen, denn die hat ja laut ihrer Vortänzerin keine Fehler im Wahlkampf oder in der Regierung gemacht.

Und solange ihr euch um die heißen Eisen herumdrückt und sich jeder seine Hintertürchen einbaut, solange werdet ihr bei jeder Kommunal-, Landtags- und später Bundestagswahl aus Angst vor der AfD zittern müssen.

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Da denke ich so drüber nach Straßen der Erinnerung

Die Heimat, die ich meinte

Christian Lorenz, den die meisten Menschen eher als Keyboarder Flake von der Krachband Rammstein kennen, hat der Süddeutschen ein Interview im Zuge der „Heimat“-Reihe gegeben. Ich denke, es lohnt zu lesen.

Flake über Heimat – In einer Blase von Reichen

Ich muss da nicht jeder Aussage zustimmen, schon allein deshalb, weil ich nicht 1966 geboren wurde und etwas von Kriegsschäden erzählen kann. Aber bei vielem ertappe ich mich, wie ich innerlich mit dem Kopf nicke und „mh .. mh“ mache. Vor allem Gerüche und Geräusche prägen sich ein und erzeugen ein irgendwie vertrautes, heimatliches Gefühl, wenn man wieder mit ihnen konfrontiert wird. Bei mir ist das bspw. der Teergeruch, der einem an wirklich heißen Sommertagen in die Nase stieg, weil der Asphalt schmolz

Flake ist in das Haus im Prenzlauer Berg zurückgezogen, in dem er als Jugendlicher aufgewachsen ist und muss nun feststellen, dass Heimat ein sehr wandlungsfähiger Ort ist:

Es leben inzwischen sehr viele unangenehme Menschen hier

Wenn der Ort der Kindheit/Jugend eine der ersten Antworten auf die Heimatfrage ist, muss ich schon mal passen. Davon steht fast nichts mehr. Im Gegenteil, wo einst Wohnhäuser und andere Gebäude standen, stehen jetzt Kiefernplantagen. Die Natur soll sich alles zurückholen.

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Da denke ich so drüber nach Natur

Grüne Weihnachten

Wie fast jedes Jahr muss man die Flachlandtiroler (und das sind die meisten in Deutschland) enttäuschen: Grüne Weihnachten liegen absolut im Trend.

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Altes Handwerk

Bullenhaut und alte Antriebstechnik

Ich teile mit Euch mal „Altertumswissen“, was ich neulich erst ausgegraben habe.

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Kreatives Basteln

Neue Papierketten von Lupinie & Mädelsüß auf dem Weihnachtsmarkt der Bauhaus-Universität Weimar

Und wieder werden handgemachte Papierketten der Marke „Lupinie & Mädelsüß“ exklusiv auf dem Bauhaus-Weihnachtsmarkt Weimar verkauft.

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Da denke ich so drüber nach

Bitcoin Fieber

Eine der größten Finanzkrisen und -SuperGAUs in der Niederländischen Geschichte war das sogenannte Tulpenfieber, das mit dem Platzen der Spekulationsblase 1637 zu einem Crash sondergleichen führte.

Ähnlichkeiten mit der Kryptowährung Bitcoin sind natürlich rein zufällig.

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Da denke ich so drüber nach

Eine Anekdote aus dem Leben eines Amazon Marketplace Verkäufers

Ich verkaufe auf Amazon (gebrauchte) Bücher seit … ja, im Prinzip seit Amazon diesen Service für Kunden eingerichtet hat.

Nein, ich will und werde damit nicht reich. Der Versand der meisten Bücher (3 – 10 €) ist sogar ein Verlustgeschäft, aber da ich etwas gegen Ressourcenverschwendung habe und bei „Baumleichen“ wie Büchern immer daran denken muss, wieviel Holz dafür verbraucht wird – versuche ich auch Gebrauchtes wieder loszuschlagen, anstatt es in der Papiertonne zu entsorgen.

Vor etwa einem Jahr habe ich versucht, ein kleines Fachbuch zu verkaufen. Ich muss dazu sagen, dass es bei mir keine Ramschware oder zerfledderte, bekritzelte Bücher gibt; bei mir haben fast alle Bücher ein „sehr gut“ im Zustand stehen, selten mal nur ein „gut“. Ich behandle Bücher von Haus aus pfleglich und verkaufe sie nur weiter, wenn sie meinen Ansprüchen an ein Buch genügen.
So, bei diesem Fachbuch (Politik) hatte ich einen Käufer gefunden – Student, wohnhaft in einem Studentenwohnheim (das ist noch wichtig in dieser Anekdote) – kurz und gut, das Buch ging auf Reisen. Als nach anderthalb Wochen das Buch beim Käufer immer noch nicht eintraf, war ich schon etwas irritiert (normaler DHL Versand, keine „Büchersendung“). Als dasselbe Buch nach 2 Wochen wieder bei MIR eintraf, war dann alles klar: „Empfänger konnte nicht ermittelt werden“.

Ich schrub den Käufer an (der inzwischen auch auf heißen Kohlen saß), ob er sich darauf einen Reim machen könnte. „Ja, eigentlich nicht … denn die Adresse stimmte, aber (jetzt kommt’s [sic]) sein Name steht nur am Briefkasten ABER in den passt das Buch nicht rein und an seiner Wohnung im Studentenwohnheim steht natürlich KEIN Name.“ Der Lieferbote hatte also gar keine Chance, das Buch auszuliefern. Es musste zwangsläufig zurückkommen. Angeblich wäre der Lieferbote nur zu faul gewesen, bis an die Wohnungstür auszuliefern, denn angeblich kenne der standardmäßig Ausliefernde die Wohnungsnummern der zu Beliefernden (!).
Ich fragte, wie wir das Problem denn lösen könnten, denn mittlerweile hatte derselbe Kunde ein negatives Feedback bei Amazon über mich eingereicht, da seine bestellte und bezahlte Ware nicht eingetroffen ist!
Mein Vorschlag, dass er kurzfristig einen Vermerk am Briefkasten für den Lieferboten anbringt, wo die Wohnung zu finden wäre, wurde von ihm abgelehnt. Ich solle das Buch doch einfach NOCHMAL versenden, denn dieses Mal würde es ganz sicher klappen (wenn der richtige Lieferbote mit der Auslieferung dran wäre).

Das tat ich natürlich nicht! Bin ich denn mit dem Klammerbeutel gepudert? Es hat durch diese Mätzchen schon beim ersten Mal nicht geklappt und ich bin auf den Versandkosten sitzengeblieben. Dazu hatte ich mir sichtbar im Verkäuferkonto ein negatives Feedback eingefangen, was der Käufer sich zu löschen weigerte.

Ich habe daraufhin Amazon kontaktiert (wer da so eine richtige Supportabteilung mit Telefondienst rund um die Uhr und Response Zeiten innerhalb einer Stunde erwartet, wird etwas ernüchtert werden), was ich jetzt tun sollte.
Oh Wunder, das negative Feedback habe ich voll zu Recht erhalten. ICH als Verkäufer habe nun mal dafür zu sorgen, dass der Käufer seine Ware erhält. Der Käufer hat ganz recht, wenn er so ein Feedback auslöst, weil ihm die Zustellung zu lange dauert oder er seine Ware gar nicht erhält. Er hätte nicht mal das Feedback löschen müssen, wenn ich ihm das Buch ein zweites Mal (diesmal erfolgreich) zugeschickt hätte, weil das ein anderer Vorgang wäre.
Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass der Kunde sein Geld zurück erhält, ich das Buch und das negative Feedback behalte und auf den Versandkosten sitzenbleibe. Damit war für Amazon das Thema erledigt. Ja, für uns alle eigentlich.

Ich habe wirklich immer gern über Amazon meine gebrauchten Bücher verkauft, es hat zu Anfangszeiten Spaß gemacht. Aber dann fing Amazon (wie auch ebay) an, alle Verkäufer wie Profis zu behandeln. Jeder Verkäufer eines auch noch so abgegriffenen Schnulzenromans für 50 Cent wurde genauso behandelt wie der Verlag, der mehrere Tausend Bücher über Amazon ausliefern lässt. Mit allen Vor- aber auch Nachteilen.
Warum gibt es zum Beispiel nicht mehr die Möglichkeit, Käufer um die Abgabe einer Bewerbung zu bitten? Wenn alles glatt über die Bühne geht, gibt keiner eine Bewertung ab. Ist denn da ein „alles OK“ zuviel verlangt? Aber jeder nutzt es fleißig, wenn mal was nicht so klappt, wie es sollte. Das ist ja auch in Ordnung so, aber das Qualitätssicherungssystem von Amazon Marketplace ist in diesen Fällen doch sehr verbesserungswürdig, wenn man so eine Pleite wie bei mir nicht nachträglich auflösen kann. Dem Käufer ging es am Arsch vorbei und Amazon letztlich auch.

Versteht das nicht falsch, ich kaufe gerne und viel bei Amazon. Es hat noch nie ein gravierendes Problem bei einer Bestellung gegeben. Oftmals habe ich an einem Tag bestellt und am nächsten Tag wurde Mittags die Ware angeliefert. Das nötigt mir schon Respekt ab (über Lohnverhältnisse bei Zustellern und Lagermitarbeitern reden wir an anderer Stelle), aber wenn Amazon nicht mehr hinter dem Gedanken steht, dass Leute auch privat gebrauchte Sachen über ihre Plattform verkaufen, sollen sie das einstampfen. Dann bin ich bei Medimops oder Booklooker besser aufgehoben.
Der Kundenservice ist zudem ein Graus. Wenn man Großkunde ist oder bei Amazonaws gebucht hat, wird man vielleicht anders behandelt und erhält vielleicht einen direkten Ansprechpartner, aber das Rest ist so verworren und anonym organisiert …
Ja, Herr Bezos braucht jeden Cent, weil er bemannte Raumfahrten für Kunden mit dem dicken Geldbeutel anbieten will – so merkwürdig das auch klingt, aber ich kann das nachvollziehen (brauche auch jeden Cent, um mein Fahrrad in Schuss zu halten). Aber wenn ihn jetzt nur noch Ausflüge ins Weltall interessieren und seine Gelddruckmaschine Amazon immer weniger – kann er das Unternehmen nicht komplett abgeben und sich daraus zurückziehen? Vielleicht könnte man mit den freigewordenen Ressourcen den Service auf solide Füße stellen.

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Da denke ich so drüber nach Politisches

Die Karawane zieht weiter …

Nun sind mehrere Tage seit dieser „Schicksalswahl“ ins Land gezogen und ich schaue mich um, ob das Abendland denn schon untergegangen ist.
Nein, es steht noch. Noch.
Eigentlich haben mir gewisse Kreise ja schon nach Donald Trumps Wahl zum US Präsidenten den Weltuntergang versprochen, aber der weigert sich hartnäckig. Und nun auch noch die AfD, oh Gott oh Gott. Knapp 13% und bei einigen Volksgenossen setzt die Schnappatmung ein. Als ob Gauland Bundespräsident geworden wäre und Bernd Höcke Kanzler.

Natürlich wussten alle, dass der Osten und genauer die Sachsen Schuld sind. Schon allein wegen Pegida und NSU und … ach überhaupt; weil es Ossis sind. Warum so viele enttäuschte Wähler ihr Häkchen diesmal nicht bei CDU/CSU, SPD und GrünInnen gesetzt haben, hat bisher keiner der Parteistrategen verraten. Vielleicht wollen sie es auch gar nicht wissen, immerhin ist nach der Wahl vor der Wahl. Und jetzt wird es für zwei Fliegenschisse besonders spannend: Mit Grün und Gelb bestimmen zwei Fraktionen die Geschicke dieses Landes mit, denen jeweils nur knapp ein zweistelliger Prozentteil der Wähler sein Vertrauen ausgesprochen hat. Die geprügelten Sozen schmollen in der Opposition (wobei ihnen einer ihrer Vordenker mal ins Stammbuch geschrieben hat: Opposition wäre Mist) oder warten, bis das Schwarz-Grün-Gelbe Gedöns wackelt und auseinanderbricht und man wieder nach ihnen ruft. Kann natürlich auch sein – dem Martin aus Brüssel (warum, oh warum gab es für den keine andere Anschlußverwendung?) ist dieser Schachzug zuzutrauen. Als über alle Maßen erfolgloser Kanzlerkandidat hat er nach dem vergeigten Sturm auf die Waschtrommel selbstverständlich die richtigen Konsequenzen gezogen und ist …. nicht zurückgetreten. Da würde er ja jetzt genauso unbedeutend werden wie der noch amtierende Außenminister und Vizekanzler Gabriel. Obwohl, als Außenminister war er wohl besser als erwartet, aber nicht wenige seiner Genossen kreiden ihm diesen Wahlausgang an. Der Wurschtelkurs als Parteivorsitzender und diese hopplahopp Kandidatenkür waren aber wirklich nicht der große Hebel, liebe Genossen. Euren mutlosen und offensichtlich heuchlerischen Anti-Mutti-Kurs hat euch das geneigte Stimmvieh nicht mehr abgenommen. So einfach kann das manchmal sein. Ihr habt euch das in der GroKo kuschelig eingerichtet und dann plötzlich den großen Schrecken bekommen, als man euch in die Mithaftung bei Muttis Flüchtlingskurs nahm.
Ach ja, die Mutti („Sie kennen mich …“), die hat nun 4 Jahre damit zu tun, den Laden zusammenzuhalten und in Ruhe einen Nachfolger/eine Nachfolgerin aufzubauen. Da bleibt fürs Regieren wenig Zeit. Schäuble, der Garant des soliden Haushalts und Bollwerk gegen die Traumtänzereien der anderen Ministerien, ist weg und dem Onkel Horst steigen sie in Bayern aufs Dach, wenn er in Berlin nichts reißt. Es werden also nur noch Nachfolgekämpfe und Rangkämpfe der kleinen Koalitionspartner ausgetragen. Von ehrlichen und echten politischen Debatten, den Fragen wie wir eigentlich im 21. Jahrhundert leben wollen, habe ich mich schon lange vor dieser Wahl verabschiedet. Frau Merkel sieht das übrigens ähnlich: „Ich kann nicht erkennen, was wir jetzt anders machen müssen“. Sehe ich auch so, es hat ja aus Ermangelung von Gegnern wieder mal für die Kanzlerschaft (sehr wahrscheinlich die letzte) gereicht. Mehr ist nicht wichtig. Die drängenden Fragen zu beantworten oder auch nur zu diskutieren war ja in den 12 Jahren davor auch schon nicht wichtig. Schade, dass sich diese Frau so wenig bis gar nicht für Politik oder auch nur irgendwas außerhalb des CDU Präsidiums interessiert.
Glaubt doch nicht, dass auch nur irgendein Problemchen in diesem Land gelöst wird, weil jetzt der edle Retter aller Ärzte und Rechtsanwälte, Herr Lindner und die Bevormunder Göring-Eckardt/Özdemir auf die Regierungsbank zurückkehren werden.
Wird es halt in 4 Jahren für die AfD für 20 plus x Prozent reichen. Sachsen sollte dann schon mal die Möglichkeiten eines Saxit eruieren. Bei Katalonien kann man schon mal sehen, wie es nicht geht. Es werden dann alles wieder tumbe 25% Nazis sein (dann gehen uns aber so langsam die abgelegenen Dörfer aus, wo die blaue Pest angeblich gewählt wird), die nicht einsehen wollen, dass diese Multikulti-Schlafwagen-gute-und-gerne-Lila-Laune-Wischi-Waschi-Politik alternativlos ist.

In diesem Sinne.

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Allgemein

Zum Schluß kriegt Game of Thrones den Moralischen

Leider leider, Vieler Menschen beliebteste Fernsehserie „Game of Thrones“ neigt sich dem Ende entgegen, was man an vielen schwachen und lustlosen Folgen von Staffel 7 sehen kann.

Ja, bei den special Effects und Bildsequenzen hat man noch ein Schüppchen draufgepackt, aber darunter haben die zwischenmenschlichen Konflikte und die Entwicklungen der einzelnen Charaktere gelitten.

Es kommt einem so vor, dass die Macher nun auf einmal feststellen, dass sie nur noch zwei stark verkürzte Staffeln zur Verfügung haben, um ihre Geschichte auszuerzählen. Also wird alles auf Krampf und mit der Brechstange in den Haupterzählstrang genagelt.

Da wir nur noch 6 Folgen vom ultimativen Ende der Saga entfernt sind, richten die Macher den moralischen Kompass neu aus. Einerseits ist das ja schön anzusehen, weil es meistens bedeutet, dass unsere liebgewonnenen Serienhelden ihre Rache erhalten. Sansa Stark durfte zum Abschluß der 6. Staffel ihren Peiniger (und Nervbolzen) Ramsay Bolton von Hunden zerfleischen lassen (nicht sehr Lady-like), Arya Stark meuchelt die gesamte Sippe um Walder Frey ab und gemeinsam setzen sie (Achtung Spoiler) Littlefingers Leben ein Ende.

Gerade bei Littlefinger Petyr Baelish ist das schon recht zwiespältig. Schließlich ist er der Auslöser des gesamten Game of Thrones und seit der ersten Staffel dabei und zweitens blieb er in seinem intriganten Engagement auf Winterfell weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wir erinnern uns: im Komplott mit Olenna Tyrell ermordete er sogar einen König. Und nun kriegt er es nicht mal gebacken, zwei Schwestern gegeneinander auszuspielen. So einen auch aus Storylinegründen verschenkten Abgang hat der Meister der Intrige nicht verdient, auch wenn wir diesem Arsch sein Dahinscheiden mit ganzem Herzen gewünscht haben. Aiden Gillen hat ihn mit großer Kunst als Ekelpaket dargestellt, wenn auch immer over the top.

Theon Greyjoy ereilt die späte Reue und bricht fast vor John Snow (Achtung Spoiler: ich meine Aegon Targaryen) zusammen. Später startet er wagemutig wie nie zuvor zu einem Himmelfahrtskommando, um seine Schwester Yara zu retten. Was ist nur aus dem schwanzlosen Theon geworden, der zwischen unterwürfigem Sklaven und größenwahnsinnigem Egomanen wechselte?

Und so weiter, und so weiter – die handelnden Charaktere und Figuren mussten moralisch festgetackert werden, weil man mit Entsetzen zusammenrechnete, dass nur noch 6 Episoden verbleiben, um die eigentliche Handlung in die Gänge zu kriegen: den Großen Krieg gegen den Night King und seine Zombiearmee, der es nach 6 Staffeln nun geschafft hat, die Große Eismauer zu überwinden. Ja sorry, nochmal Spoiler. Aber während es Danaerys schafft, auf einem Drachen innerhalb eines Tages von Dragonstone nach Eastwatch zu fliegen, braucht diese Horde von Untoten Jahre, um in die Nähe des Great Walls zu gelangen.

Nur Cersei darf weiterhin so verschlagen und strippenziehend bleiben, wie wir sie kennen. Nein, nicht lieben. Dazu bietet mir persönlich der Charakter zu wenig an. Da ist nur der Wille zu herrschen, um des Herrschens Willen.

Aber immerhin darf ihr ihr Bruder-Liebhaber Jaime Lannister eine Art „Entwicklung“ durchmachen. Am Ende bringt er sogar genug Einsicht und Energie auf, um sich von seiner bösen Schwester-Liebhaberin (und Mutter seines ungeborenen Kindes) zu lösen. Das ist dann auch die für mich stärkste Szene des Staffelendes. Der ehemalige (?) Lannister-Armee-Oberbefehlshaber, wie er im ersten Schneefall über Kings Landing (wahrscheinlich seit Jahrhunderten) nach Norden reitet.

https://www.youtube.com/watch?v=kw1BteiVi80

https://www.youtube.com/watch?v=Y9CVU6q9vWk