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Straßen der Erinnerung

Die Hühner auf dem Dorfe

Ich habe in dieser Woche für eine meiner Webseiten eine Rezension zu einem Gartenratgeber verfasst: Das Hühnerbuch. Handbuch zur Haltung glücklicher Hühner.

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Da denke ich so drüber nach Natur Politisches Straßen der Erinnerung

Wann wird es mal wieder richtig Sommer?

So sang Rudi Carell einst und traf damit den Nerv der (damaligen) Zeit.

Heute ist es anders. Der Sommer ist da und nun passt es den Leuten auch nicht.

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Da denke ich so drüber nach Straßen der Erinnerung

Weihnachten, Silvester – alles rum

Und dann geht es immer so schnell.

Kaum hat man sich auf die Adventszeit eingestellt und erwartet sehnsüchtig die Weihnachtstage, da ist es auch schon Neujahr. Und der ganze Zauber ist mit einem Mal verflogen.

Heute ist es nur noch der Heiligabend (vormittags wird ja noch eingekauft, was Geldbeutel und Konto hergeben) und der erste Weihnachtstag. Am 26. Dezember stellt sich ja schon so ein diffuses Gefühl ein, dass man mit diesem Tag schon nichts richtig anzufangen weiß.

Dann kommen schon diese Tage bis Silvester/Neujahr – da heißt es dann: Vorräte auffüllen. Früher als Silvester noch Saufen bedeutete, hatte das Ganze wenigstens einen Pseudo-Sinn. Heute, wo ich mich an meinem Glas Anstandssekt festhalte, warte ich diesen Sinnlos-Feiertag einfach ab.

Früher waren das wirklich mal heilige Tage für mich, Tage mit diesem gewissen Zauber. Heute warte ich, dass alles irgendwie schnell vorbeigeht und strafe mich selbst für diese Geisteshaltung.

Ich habe auch das Gefühl, dass viele andere Menschen mit dieser Zeit nicht mehr viel anfangen können. Meistens kommt dann: wir machen es eh nur noch für die Kinder oder die Kinder sind ja nun schon aus dem Haus …
Hatte Vater Hoppenstedt recht und Weihnachten ist das Fest des Kindes? Also nur des Kindes? Das könnte vielleicht einiges erklären, aber nicht Alles.
Wenn ich mich an früher erinnere, die Autofahrten in der Vorweihnachtszeit zu meiner Oma. Selbst in den kleinsten Dörfern trugen die Nadelbäume in den Vorgärten (weshalb gab es eigentlich Tannenbäume in den Vorgärten?) Lichterketten und selbst im hohen Norden standen in den Fenstern die Erzgebirgs-typischen Schwibbögen. Es gab Unmengen selbstgebackener Plätzchen und was ganz toll war: Bratäpfel aus der Ofenröhre. Ein großer Boskop oder Holsteiner Cox. Kandierte Äpfel (warum die heute unter Liebesäpfel firmieren müssen?) oder einfach welche mir Schokoüberzug.
Mistelzweige haben wir des Knisterns wegen in das Ofenfeuer geworfen. Über die Tür gehängt hat das keiner. Küssen ging ja auch so. Und irgendwie besaß jede Familie eine Weihnachtspyramide. Ja, selbst zu Ostzeiten, wo das eigentlich nur Bückware war. Heute ist es noch viel mehr Bückware – die Preise sind absurd.
Dieses Jahr hat es hier nur für einen, auf dem letzten Drücker gebastelten Adventskranz gereicht. Dazu ein paar Fröbelsterne und natürlich der Christbaum. Bei den Plätzchen wurden ein paar nach Fremdrezept gebacken, um die Unmengen von Walnüssen zu verarbeiten, die wir geschenkt bekommen hatten. Den Dresdner Christstollen hatte ich mir rechtzeitig zuschicken lassen. Dazu ein wenig Lebkuchen aus Nürnberg. Damit sind wir im Prinzip durch die Weihnachtszeit gekommen. Silvester fand dann auf dem schönsten Landgasthof statt, bei Familie Andres in Pettstadt/Kirchlauter (Hassberge). Ich möchte diese Location hier einmal mit Nachdruck empfehlen.

Jedenfalls rast diese ganze Zeit so dahin. In jedes kleine, noch so absurde Zeitfenster wird Arbeit reingequetscht. Ich bekomme bspw. noch am 24. Dezember Anfragen bezüglich sofort umzusetzender Aufgaben und Kollegen bzw. Geschäftspartner entschuldigen sich beinahe, dass sie über die Feiertage nicht arbeiten. Es gibt auch einen Haufen von Kollegen, die man zu fast jeder Zeit am 24./25./26. und 31.12. im Netz herumtollen sieht, wo sie öffentlichkeitswirksam Pixel von A nach B schubsen, um Kundenwünsche zu erfüllen. Sorry, nur weil ihr kein Leben habt, ist das nicht die Norm, der ich entsprechen will. Sucht euch ein Leben, irgendwas Sinnstiftendes. Und wenn euch Weihnachten so gar nichts gibt, dann ist das okay für euch – aber erhebt das nicht auch noch zum neuen neoliberalen Ideal und vor allem: geht mir nicht auf den Sack damit. es ist allen klar, dass diese Jesus-Weihnachts-Geburtsnummer faktentechnisch auf wackligen Füßen steht, aber ich lasse jedem seinen Glauben daran und potztausendnochmal … es muss doch eine Zeit im Jahr geben, wo sich dieses Hamsterrad einfach mal langsamer dreht!

Jedenfalls ist die Zeit nun vorbei und das Karussell dreht sich wieder. Bis Ostern ist Saure-Gurken-Zeit. Kein Feiertag von Belang (jaja ihr Rheinländer, aber Karneval funktioniert hier nicht so) und der unentschlossene Winter kann uns noch weit bis in den Frühling quälen.

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Da denke ich so drüber nach Straßen der Erinnerung

Die Heimat, die ich meinte

Christian Lorenz, den die meisten Menschen eher als Keyboarder Flake von der Krachband Rammstein kennen, hat der Süddeutschen ein Interview im Zuge der „Heimat“-Reihe gegeben. Ich denke, es lohnt zu lesen.

Flake über Heimat – In einer Blase von Reichen

Ich muss da nicht jeder Aussage zustimmen, schon allein deshalb, weil ich nicht 1966 geboren wurde und etwas von Kriegsschäden erzählen kann. Aber bei vielem ertappe ich mich, wie ich innerlich mit dem Kopf nicke und „mh .. mh“ mache. Vor allem Gerüche und Geräusche prägen sich ein und erzeugen ein irgendwie vertrautes, heimatliches Gefühl, wenn man wieder mit ihnen konfrontiert wird. Bei mir ist das bspw. der Teergeruch, der einem an wirklich heißen Sommertagen in die Nase stieg, weil der Asphalt schmolz

Flake ist in das Haus im Prenzlauer Berg zurückgezogen, in dem er als Jugendlicher aufgewachsen ist und muss nun feststellen, dass Heimat ein sehr wandlungsfähiger Ort ist:

Es leben inzwischen sehr viele unangenehme Menschen hier

Wenn der Ort der Kindheit/Jugend eine der ersten Antworten auf die Heimatfrage ist, muss ich schon mal passen. Davon steht fast nichts mehr. Im Gegenteil, wo einst Wohnhäuser und andere Gebäude standen, stehen jetzt Kiefernplantagen. Die Natur soll sich alles zurückholen.